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Lange haben die ungeduldigen Fans auf das neue Album "Dream Tiresias" warten müssen. Nun ist es endlich da und überzeugt mit klaren und durchstrukturierten Songs, die in ihrer melodiösen Präsenz den überfrachtenden Ballast der letzten Jahre abwerfen: Straight nach vorne auf die Tanzfläche, wobei man nicht zuletzt durch die charakteristische Stimme von Fronter Peter Spilles immer weiss, mit wem man hier zu tun hat. Die Trademarks der Mistforken sind also unverwässert geblieben.
Natürlich durfte man gespannt sein, wie es sein wird, wenn das neue Songmaterial live präsentiert wird. Dies zu ergründen hatte man an diesem kühl-klaren Samstagabend im Bremer Schlachthof Gelegenheit. Während sich langsam die Nacht über die Hansestadt an der Weser senkte füllte sich der altehrwürdige Kesselsaal langsam aber beständig mit vielen Neugierigen jeglichen Alters, die erfahren wollten, was die "Pitchies" live so anzubieten haben.
So puristisch wie sich die neue Platte präsentiert, so nüchtern und ohne Schnickschnack präsentiert sich auch das Bühnenbild an diesem Abend. Keine Banner, keine Videoprojektion... einfach nur die Band und ihre Musik. Auch auf Support verzichtete man an diesem Abend und so begann das Konzert pünktlich um 21 Uhr mit dem Intro von "If I Could", dem Titeltrack des neuen Albums. Zu sphärischen Synthieklängen traten die Akteure Peter Spilles (Voice), Dirk Scheuber und Jürgen Jansen (Keys), Achim Färber (Drums) und Carsten Klatte (Guitars) auf die Nebel und blaues Licht gehüllte Bühne.
Schnell füllte sich der Platz vor der Bühne, während auf den Emporen eher sitzend auf das gewartet wurde, was der Abend so bringen würde. Fronter Peter war in einem an Mad Max gemahnendes Endzeit-Outfit gehüllt mit dem obligatorischen blauen Strich im Gesicht. Die Band präsentierte sich in reger Spiellaune und war sichtlich heiß darauf, die neuen und auch ältere Tracks präsentieren zu können. Schwerpunkt des Konzerts waren natürlich die Tracks des aktuellen Albums wie "Nasty Habit", "Feel", "Promises" und so weiter. Diese wurden vom Publikum noch mit gebremster Begeisterung aufgenommen. Es war an diesem Abend zu merken, dass die Mehrzahl der Zuschauer mit dem neuen Songmaterial der Band noch nicht vertraut war. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass man schon recht zu Beginn des Konzertes das live nicht zu unterschätzende "Requiem" aus dem Ärmel schüttelte, was prompt die ersten Jubelrufe und hektische Tanzbetriebsamkeit vor der Bühne verursachte.
Peter agierte in gewohnter Manier mit dem Publikum, ließ die erste Reihe ins Mikro singen, klatschte ab und tat alles, um die etwas kühle Stimmung im Saal anzuheizen. Dies gelang vornehmlich mit den Klassikern der Band. Geschickt eingestreute Smasher wie "Carnival" schafften es stets, das erschlaffende Publikum wieder aufzuwecken. Auf aufwendige Effekte verzichtete man an diesem Abend. Viel Nebel und eine standesgenäße Beleuchtung mussten ausreichen. Diese war jedoch geschickt arrangiert und verfehlte somit nicht ihre Wirkung. Nach gut 90 Minuten verabschiedeten sich Project Pitchfork dann von der Bühne. Obwohl das Publikum vor der Bühne und auf den Rängen ausharrte waren die Rufe nach Zugabe doch eher spärlich. Verließ sich da einer auf den anderen in der Gewissheit, die Band komme ja ohnhin wieder? Peinliche Minuten für Band und Publikum folgten und erst als sich so etwas wie rythmisches Klatschen einstellte trat die Band erneut auf die Bühne. MIt den Worten "niedlich" kommentierte die Band sehr treffend diese recht peinliche Vorstellung.
Nun denn, es folgten noch vier Zugaben, in denen das Publikum vieles wettzumachen versuchte, was vorher zu kurz kam. Es wurde geklatscht, getanzt und gefeiert. Warum nicht früher so? Die Band belohnte die Anwesenden mit dem zuvor oftmals laut geforderten "Timekiller", welches dann auch standesgemäß heftig betanzt wurde. So gelang der Abend dann doch noch zu einem für beide Seiten versöhnlichen Abschluß. Project Pitchfork sind wieder da und es bleibt zu hoffen, dass sie auch im Sommer auf dem einen oder anderen Festival zu sehen sein werden. Insgesamt boten sie einen überzeugenden Auftritt, der deutlich mehr Enthusiasmus des Publikums verdient hätte.
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